| Etappen der nachhaltigen Entwicklung |
Die Ursprünge des Ansatzes "sustainable development" liegen in wissenschaftslichen Studien und in Vorschlägen von Nichtregierungsorganisationen. Der deutsche Begriff der Nachhaltigkeit geht auf die deutsche Forstwirtschaft zurück.
Seinen internationalen Durchbruch findet das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung in dem Endbericht "Our Common Future" der Brundtland-Kommission der Vereinten Nationen von 1987.
Fünf Jahre später beschlossen 1992 auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 173 Staaten ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert ("Agenda 21") und damit Lösungsvorschläge für die globalen Probleme – Ressourcenverbrauch, Klimawandel, Armut und soziale Ungerechtigkeit.
Jeder Staat, aber auch jede Kommune war beauftragt, eine eigene Agenda 21 zu erstellen. Global denken, lokal handeln, lautete die Devise. Damit die Vorschläge und Ideen von möglichst vielen Menschen getragen und unterstützt werden, soll die Erstellung einer Lokalen Agenda 21 – so die Beschlüsse von Rio - nicht allein der Politik überlassen sein, vielmehr gilt es, die Kompetenzen der Bürger zu nutzen und alle gesellschaftlichen Gruppen am Agendaprozess aktiv zu beteiligen.
Neben der Agenda 21 werden die Rio-Deklaration, die Klimarahmenkonvention, die Walderklärung und die Konvention über biologische Vielfalt beschlossen.
1997, also fünf Jahre nach Rio, werden die Fortschritte auf einer UN-Sondergeneralversammlung bilanziert, außerdem beschließt die UN-Klimakonferenz im japanischen Kioto in einem Zusatzprotokoll zur Klimarahmenkonvention verbindliche Reduktionsziele für den Kohlendioxidausstoß von Industrieländern.
Auf dem UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 im südafrikanischen Johannesburg wurden die Beschlüsse von Rio noch einmal bekräftigt. In Folge der Weltgipfel haben seit 1992 weltweit über 6.000 Kommunen begonnen, an ihrer Lokalen Agenda 21 zu arbeiten.
Auch in Deutschland hat das Thema nachhaltige Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele Unternehmen entwickeln Nachhaltigkeitsstrategien und präsentieren sich mit Nachhaltigkeitsberichten in der Öffentlichkeit. Auf der nationalen Ebene werden Gremien für einen Dialog mit der Zivilgesellschaft und zur ressortübergreifenden Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsziele für alle Politikfelder geschaffen:
Im April 2001 setzt die Bundesregierung den Rat für nachhaltige Entwicklung als Beratungsgremium (Vorsitzender: Dr. Volker Hauff) und einen Staatssekretärsausschuss ("green cabinet") ein.
Seit 2002 liegt eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vor, der nach einem bundesweiten Dialog 2004 ein erster Fortschrittsbericht folgt. Auch nach dem Regierungswechsel 2005 werden diese Aktivitäten fortgesetzt.
Der Deutsche Bundestag setzt 2004 einen Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung ein, der die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung begleitet. Der Beirat wird nach der Wahl 2005 im neuen Parlament erneut eingesetzt und setzt seine Arbeit aus der vorherigen Legislaturperiode mit dem Ziel einer erfolgreichen Umsetzung von Nachhaltigkeit fort. | |
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