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EnergieAuf dem Johannesburg-Gipfel hat Deutschland zur internationalen Konferenz über erneuerbare Energien "renewables 2004" eingeladen. Eine große Gruppe von Vorreiterstaaten will den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen.

Im Energiebereich spielen die Kommunen eine wichtige Rolle. Unmittelbar vor der Konferenz kommen daher Bürgermeister aus der ganzen Welt in Bonn zusammen. Hintergründe und Projektbeispiele werden unter anderem in der Broschüre "Erneuerbare Energien für die Kommunen" des LAND-Netzwerks dargestellt.


Im Jahr 2002 hat Deutschland auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg zu einer Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien eingeladen (s. unseren Bericht). Sie findet nun unter dem Titel "renewables 2004" vom 1.-4. Juni 2004 in Bonn statt. Ziele und Maßnahmen für einen höheren Anteil erneuerbarer Energien sollen vereinbart werden. Über 1000 Teilnehmer werden in Bonn erwartet, unter ihnen Regierungsdelegationen mit Ministerinnen und Ministern, die für Energie, Umwelt oder Entwicklung zuständig sind.

Zentrale Themen werden die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien sein, ihre private und öffentliche Finanzierung sowie die Stärkung institutioneller Kapazitäten und der Forschung. Im Internet werden wichtige Ausschnitte der renewables 2004 in deutscher und englischer Sprache live übertragen. [Anm. der Redaktion: Hier finden Sie eine abschließende Dokumentation der renewable 2004.]

Und was tut sich hierzu auf lokaler Ebene? Das wird Thema auf der internationalen Bürgermeisterkonferenz am 30. und 31. Mai sein, der "local renewables 2004" (Website nur in Englisch).

Das Klima-Bündnis hat in einer Broschüre 16 Vorzeigebeispiele aus Deutschland zusammengestellt.

Das Lokale Agenda 21 Netzwerk Deutschland (LAND, AG Lokale Agenda 21 des Forums Umwelt & Entwicklung) hat die Broschüre "Erneuerbare Energien für die Kommunen" veröffentlicht. Sie beschreibt Handlungsbedarf, Chancen und Good-Practice-Beispiele für erneuerbare Energien in Städten und Gemeinden.

Die Broschüre enthält auch die Freiberger Erklärung "Offen für neue Energie", die von der Stadt Leipzig, der Deutschen Solar AG, dem BUND und weiteren Kommunen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen unterzeichnet wurde.

Im folgenden geben wir einen Überblick über die Broschüre.

Zusammenfassung:
Erneuerbare Energien für die Kommunen

Handlungsbedarf, Chancen und Good-Practice-Beispiele

Herausforderungen und Handlungsbedarfe in der Energieversorgung

Die Broschüre „Erneuerbare Energien für die Kommunen – Handlungsbedarf, Chancen und Good-Practice-Beispiele“ geht der Frage nach, welche Bedeutung die Erneuerbaren Energien in der Energiegewinnung haben. Es geht um ihren den Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung und darum, wie dieser, auch ganz konkret, gefördert werden kann.
Die im Auftrag des Forums Umwelt und Entwicklung für das „Lokale Agenda Netzwerk Deutschand (LAND)“ entstandene Broschüre stellt dafür zunächst dar, warum eine Umstellung der Energiegewinnung auf Erneuerbare Energien unbedingt notwendig ist. Als die vier zentralen Herausforderungen der gegenwärtigen Energieversorgung identifiziert sie die Klimaveränderung, Energiearmut/Emissionen in Innenräumen, das Maximum der Erdölförderung sowie die Luftverschmutzung. Die weltweiten Klimaveränderungen werden immer offensichtlicher, wobei ihre Ursachen überwiegend nicht natürlich sind, sondern von Menschen forciert wurden. So sind die klimaschädlichen Emissionen der Hauptgrund für unumkehrbare Veränderungen im Klima.

Die nötigen Handlungsbedarfe lassen sich umfassend durch eine Energiewende angehen. Zu ihr gehören die drei tragenden Elemente Energieeffizienz, Energiesparen und Erneuerbare Energien. Effizienzsteigerungen und Einsparungen vermindern den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen. Das Umsteigen auf Erneuerbare Energien löst die Probleme der Endlichkeit fossil-nuklearer Energiequellen und der energiebedingten Klimaschädigung.

Darüber hinaus erfordert eine globale Energiewende einen Zugang zu modernen Energiequellen für diejenigen Menschen zu schaffen, die anderenfalls auf die oft nicht nachhaltige Nutzung traditioneller Biomasse angewiesen sind.

Die Erneuerbaren Energien stellen langfristig die einzige tragfähige Basis der Energieversorgung dar. Sie sind unerschöpflich und übernutzen das Klima nicht. Die Broschüre stellt fest, dass derzeit zwar noch genügend Zeit für ein Umsteuern zugunsten der Erneuerbaren Energien bleibt, nicht aber genügend Zeit für weiteres Abwarten ist.

Anspruchsvolle Ziele auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien

Die Ziele der Bundesrepublik und der Europäischen Union auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien sind demzufolge (notwendigerweise) anspruchsvoll: Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch bis 2010 auf 12 % zu verdoppeln und bis 2020 20 % zu erreichen. Im Strombereich soll der Anteil von 14 % auf 22 % im Jahr 2010 gesteigert werden. Deutschland hat sich vorgenommen, den Anteil regenerativer Energien am Primärenergieverbrauch bis 2010 auf 4,2 % zu verdoppeln. Beim Stromverbrauch sollen bis 2010 mind. 12,5 % und bis 2020 mind. 20 % erreicht werden. Weiterhin hat sich Deutschland verpflichtet, gegenüber 1990 den Ausstoß an Kohlendioxid bis 2005 um 25 % zu mindern sowie den Ausstoß an Treibhausgasen, die im Kioto-Protokoll erfasst sind (CO2, Methan u. a.), bis 2008/2012 um 21 % zu senken.

Derzeitige Entwicklung

Ob die Ziele erreicht werden können, ist derzeit noch nicht offenbar, obwohl durchaus möglich: Bis 2050 könnten in Deutschland 65 % des Stromverbrauchs und 50 % des Wärmebedarfs aus Erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Das würde im Jahr 2050 mindestens 75 % der Treibhausgasemissionen (gegenüber 2000) einsparen. Diese ambitionierten Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien sind unter Beachtung aller Umwelt- und Naturschutzanliegen realisierbar und zugleich ökonomisch vorteilhaft.

Derzeit ist die Entwicklung der Erneuerbaren Energien zwar positiv, dies jedoch auf einem insgesamt noch zu niedrigem Niveau: Weltweit liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Primärenergieversorgung bei ca. 14 % (inkl. Großwasserkraft und Brennholz, die beide aus ökologischen Gründen umstritten sind). In der Europäischen Union liegt der Anteil bei etwa 6 %, in Deutschland nur bei ca. 3,1 %. Bei der Stromerzeugung liegen die Anteile bei 18 %, 15 % respektive 8 %. Fast die Hälfte der Erneuerbaren Energien entfällt auf Wärme aus Biomasse mit knapp 54.000 GWh. Die Jahresleistung der Windkraftwerke hat sich auf 18.500 GWh vervierfacht, Solarthermie auf knapp 2.500 GWh mehr als verdreifacht. Die Wasserkraft liefert in Deutschland nach leichtem Anstieg 20.350 GWh. Eine kleinere, aber stark wachsende Leistung erbringen Biomasse (Strom) und Solarstrom. Im Jahr 2003 wurden dadurch insgesamt schätzungsweise 53 Mio. t Kohlendioxid eingespart (entspricht ca. 6 % der deutschen Emissionen). Das Tempo des Ausbaus Erneuerbarer Energien muss mittelfristig mindestens beibehalten werden. Dennoch wird Deutschland voraussichtlich nicht sein Ziel erreichen, bis 2005 den CO2-Ausstoß um 25 % gegenüber 1990 zu verringern.

Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland
Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland
* Werte vorläufig   ** Ziele      Quellen: BMU 2003c, BMU 2004b, DIW 2004 (s. Literaturliste Broschüre)


Wie kann der Prozess beschleunigt werden?

Was kann man tun, um den Prozess zu beschleunigen? Die Broschüre ist entstanden im Vorfeld zur internationalen Konferenz zu Erneuerbaren Energien 2004 in Bonn (renewables 2004), die wiederum ein Follow-up der Weltkonferenz in Johannesburg im Jahre 2002 ist. Mit den renewables 2004 verbindet sich die Hoffnung, dem Prozess zur Förderung von Erneuerbaren Energien durch Commitments und der Verlautbarung neuer Ziele der die teilnehmenden Staaten.

Die Broschüre stellt in den Vordergrund, welche Rolle die Kommunen in diesem Prozess einnehmen können. Sie stellt dafür einige Good-Practice-Beispiele aus Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt vor. Es handelt sich dabei um Beispiele aus allen Bereichen der Erneuerbaren Energien, wie z.B. die bundesweit erste Solarverordnung in Vellmar, oder Möglichkeiten, öffentliche Gebäude wie z.B. Schulen zu nutzen. Aber auch Beispiele, wie Kommunen ihre Energie zu 100 % erneuerbar beziehen oder die Nutzung von Erdwärme oder Wind- und Wasserkraft in unterschiedlichen Ländern werden beschrieben.

Am Schluss geben die Autoren in einem Serviceteil nützliche Hinweise und Links zu Webseiten zu Erneuerbaren Energien, wobei insbesondere Förderhinweise im Vordergrund stehen.


Autoren:
Lars Vogelsang und Sven Iversen, Agenda-Agentur Berlin und LAND
Dörte Bernhardt, Germanwatch und LAND

Die 28-seitige Broschüre kann gegen Rückporto beim Forum Umwelt & Entwicklung bestellt werden: Tel.: 0228/359704, info@forumue.de. Sie ist als PDF-Datei unter http://www.ee-netz.de/texte/ee_in_kommunen.pdf abrufbar (1,9 MB).

Lokale Agenda 21 Netzwerk Deutschland – LAND (AG Lokale Agenda 21 des Forums Umwelt & Entwicklung)


Redaktion, 28.05.04 | Send this story to a friend | Druckversion



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