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EnergieEs gibt weltweit noch große förderbare Erdölvorkommen. Doch für die Ölversorgung und die Preisentwicklung ist entscheidend, ob die laufende Förderung mit der Nachfrage Schritt halten kann. In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die vor einem Fördermaximum in diesem oder dem nächsten Jahrzehnt warnen. Dessen Folge wären Verknappung und Preisanstieg der wichtigsten Energiequelle der Weltwirtschaft.

Unstrittig ist, dass es in der weltweiten Erdölförderung ein Maximum geben wird, auf das ein Rückgang der tatsächlichen Förderung folgt. Eine anhaltende oder gar wachsende Nachfrage kann dann nicht mehr befriedigt werden, weshalb mit deutlichen Preissteigerungen zu rechnen wäre. Das Fördermaximum wird in etwa erreicht, wenn die Hälfte der weltweiten Erdölvorkommen verbraucht ist.

Strittig ist, wann mit dem Fördermaximum zu rechnen ist. Prognosen reichen vom gegenwärtigen Jahrzehnt bis - bei stagnierendem Ölverbrauch - zum Jahr 2075. Wann das Fördermaximum erreicht wird, hängt von der Größe der Erdölvorkommen und dem Verbrauch ab.

Wir stellen hier einige dieser Prognosen kurz vor. Der erste entsprechende Ansatz stammt aus dem Jahre 1956 und geht auf den US-amerikanischen Geologen Dr. M. King Hubbert zurück. Daher spricht man auch vom "Hubbert-Peak". 1980 wurde in der von US-Präsident Carter beauftragten Studie "Global 2000" das Fördermaximum für die Jahrtausendwende vorhergesagt.

1996 hat Dr. Colin Campbell gezeigt, dass weltweit ein Großteil der Ölfelder bereits ihr Fördermaximum überschritten hat. Die größten Ölfelder sind bereits seit den 60er Jahren bekannt und die Neufunde sind seitdem stark zurückgegangen. Campbell geht von förderbaren Erdölvorkommen im Umfang von 1,75 Gigabarrel aus (das sind 1,75 Billionen Barrel oder 278 Billionen Liter). Insgesamt sei etwa 2005 mit der Förderhöchstmenge zu rechnen.

2000 ist Dr. Jean Laherrère mit der Annahme von 2-2,75 Gigabarrel Ölvorkommen auf ein Fördermaximum etwa im Jahr 2010 gekommen. Weitere Autoren rechnen ebenfalls mit den Jahren 2005-2010. Wenige Jahre später sei mit dem Maximum der Erdgasförderung zu rechnen.

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) geht von einem Spitzenausstoß an konventionell förderbarem Öl etwa im Jahr 2013 aus. Mit schwer förderbarem Öl, großen Investitionen und steigender Erdgasgewinnung könne aber auch der Energiebedarf des Jahres 2020 gedeckt werden. Dieser läge bei 110 Millionen Barrel pro Tag (gegenüber 80 Mio. b 2000).

Die US Energy Information Administration (EIA) hat im Jahr 2000 Szenarios für das Ölfördermaximum vorgelegt. Ausgegangen wird von Schätzungen des US Geological Surveys, demzufolge die förderbaren Ölvorkommen weltweit wahrscheinlich einen Umfang von 3 Gigabarrel haben werden. Gegenwärtig sind 1,6 Gigabarrel bekannt. Bei 3 Prozent jährlichem Produktionsanstieg wird mit einem Fördermaximum im Jahr 2030 gerechnet. Bei den gegenwärtig 2 Prozent ist es das Jahr 2037, bei nicht wachsender Produktion 2075. Die Prognosen gehen von einer langen Phase maximaler Ölförderung aus, bevor ein Rückgang einsetzt. Grundlage hierfür ist die Entwicklung der Ölförderung in den USA. (Daten von Campbell zeigen jedoch, dass in anderen Regionen das Fördermaximum zeitlich nicht so gestreckt war.)

Mit Ausnahme der optimistischen Prognose der EIA schätzen die meisten Studien das Fördermaximum etwa auf das Jahr 2010.

Nach Erreichen des Fördermaximums wird mit einem starkem Anstieg des Ölpreises gerechnet. Dieser ließe sich dann nicht mehr durch gesteigerte Förderung, sondern nur noch durch einen Rückgang der Nachfrage senken. Darauf ist jedoch die globale Energieversorgung, die zu 90 % mit Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt wird, noch überhaupt nicht eingerichtet.

Weitere Informationen zum Hubbert-Peak:

Einführung zum Fördermaximum des Energieträgers Erdöl

The Hubbert Peak for World Oil (engl.)

Forecast of Future Global Oil Output (Campbell, Laherrère) (engl.)

Forecasts of Future Global Oil Output (Campbell, Laherrère, EIA u.a.) (engl.)

Energy Information Administration: Long-Term World Oil Supply: A Resource Base/Production Path Analysis (engl.)

Association for the Study of Peak Oil (ASPO) (engl.)
Redaktion, 28.02.04 | Send this story to a friend | Druckversion



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