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UN-Millenniumsbericht über das globale Ökosystem warnt vor toten Zonen
Von Redaktion - Datum: 2005-03-31 23:59:22
60 % der globalen Ressourcen seien bereits geschädigt oder übernutzt: Trinkwasser, Luft, das Klima. Dies ergibt der unter Mitarbeit von über 1.300 Wissenschaftlern aus 95 Ländern erstellte Bericht. Er ist jetzt im Hinblick auf die UN-Generalversammlung im September zur Umsetzung der im Jahr 2000 verabschiedeten Millenniumziele erschienen.
Laut UN-Generalsekretär Kofi Annan liefert die umfangreiche Studie "einen exzeptionellen Beitrag zu unserem globalen Auftrag für Entwicklung, Nachhaltigkeit und Frieden." Der Bericht weist darauf hin, dass gerade die Schädigung von Küstenregionen zur Ausbreitung von Seuchen und zur Entstehung unbewohnbarer Gebiete zu führen droht. Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms, zufolge zeigt der Millenniumsbericht, dass "die Ökosysteme und ihre Beiträge zum menschlichen Leben finanziell bedeutsam sind und ihre Schädigung gleichbedeutend mit ökonomischem Selbstmord ist." Er hob hervor, dass die Studie neue Erkenntnisse und Methoden hinsichtlich der ökonomischen Rolle der Umwelt liefere.
Der "Millennium Ecosystem Assessment Synthesis Report" hat zum Hauptergebnis, so seine Autoren, dass es in der Macht der menschlichen Gesellschaften liegt, die übermäßigen Belastungen der natürlichen Lebensgrundlagen zurückzunehmen und gleichwohl den Lebensstandard für alle Menschen zu verbessern. Dies erfordert allerdings radikale Änderungen im Umgang mit der Natur auf jeder Ebene der Entscheidungsfindung sowie neue Wege der Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Einzelne Ergebnisse beziehen sich auf verschiedene Beiträge des Ökosystems zum menschlichen Leben. 15 von 24 solcher Bereiche verschlechtern sich bereits, darunter Trinkwasser, Fischerei, Luft- und Wasserkreisläufe, regionale Klimasysteme, Naturkatastrophen und Seuchen. - 10-30 % der Säugetier-, Vogel- und Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht, insbesondere aufgrund der industrialisierten Landwirtschaft.
- Die Schädigung des Ökosystems bildet ein Hindernis für die Erreichung der Millenniumziele, beispielsweise für die angestrebte Halbierung der Zahl der Hungernden bis 2015. So lässt die Zerstörung von Wäldern Seuchen wie Malaria und Cholera häufiger auftreten.
- Besonders die ärmsten Bevölkerungen sind vom Niedergang des Ökosystems betroffen, etwa in Afrika südlich der Sahara - wo die Zahl der Armen wahrscheinlich noch um 25 % steigen wird - oder in Zentralasien.
- Die ökonomische Analyse von intakten und geschädigten Ökosystemen ergab beispielsweise, dass ein Hektar Mangrovenwald für die Wirtschaft aufgrund seiner Schutzfunktion gegenüber Fluten, seines Erholungswertes etc. einen Wert beisteuert, der auf etwa 1.000 US-Dollar veranschlagt wird, während es nach der Umstellung auf die Garnelenzucht lediglich 200 $ sind. Darüber hinaus werden die Folgekosten von Umweltschäden aufgezeigt.
Der Bericht wurde am 30. März in der chinesischen Hauptstadt Beijing vorgestellt. An ihm haben die UNESCO, die Weltgesundheitsorganisation, das Umweltprogramm, das Entwicklungsprogramm und andere Organisationen der Vereinten Nationen mitgearbeitet.
UN.org: UN-backed ecological report warns of potential new diseases and 'dead zones'
UNEP.org: Earth's Ecosystems Crucial for Economic, Social, & Spiritual Stability
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